
- Start: Hadamar, Bahnhof
- Länge: 11,9km
- Markierung: keine durchgehende
- GPS Track: Link zu GPS-Tour.info
- Aufgezeichnete GPS-Tracks sind Momentaufnahmen da Gegebenheiten vor Ort sich ändern können
Was war das denn? könnte man fragen. Zwei Wochen mit Temperaturen so um die 40 Grad und wandern war nicht angesagt. Doch heute geht es wieder nach draußen. Vom Bahnhof in Hadamar gehe ich zuerst zum „grauen Bus“.


Eine Tafel neben dem Bus erklärt: Die Nationalsozialisten töteten in den Anstalten von Hadamar über 14.400 psychisch Kranke und behinderte Menschen. Diese Menschen wurden in grau gestrichenen Bussen zu den Anstalten gebracht um sie dort zu töten.
Ich verlasse das Denkmal und gehe zurück zur Brücke und folge dem Elbbach nach rechts. Man biegt nochmals nach rechts ab und für eine Weile begleiten die Gleise der Bahn den Radweg durch das Tal.


Die „Nassau-wäller Radrunde“ beginnt und endet in Westerburg. Die Strecke ist fast 58 Kilometer lang. Auf waellerland.com kann man den Streckenverlauf und die Sehenswürdigkeiten am Wegesrand nachlesen.


Am Elbbach liegt das Naturschutzgebiet „Kalksteinbruch bei Hadamar“. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1962 wurden hier Eisenerze, Ton, Basalt und Kalk abgebaut.
Teile der einstigen Betriebswege des Steinbruchs dienen heute als Radweg „R8“.


Eine Fussgängerbrücke führt über den Elbbach.

Nach dem Naturschutzgebiet geht es in die offene Landschaft.


Seit einiger Zeit begleitet mich der Wanderweg 6 des Westerwälder Vereins. Dieser Wanderweg führt von Burbach nach Limburg.
Die Strecke biegt ab und über eine weitere Brücke gelangt man nach Niederhadamar.



Der Turm der Pfarrkirche St. Peter stammt aus dem 12. Jahrhundert (denkxweb.denkmalpflege-hessen.de).
Ein Stückchen weiter sieht man das ehemalige Rat- und Backhaus, sowie älteste Schule der Gemeinde. Das Gebäude wurde 1718 errichtet. (denkxweb.denkmalpflege-hessen.de)


Am Ortsrand liegt der Friedhof und ich nehme mir die Zeit für einen kurzen Besuch ehe es weiter geht.
Gemächlich geht es bergauf.



Ich gehe geradeaus weiter und in den kühlen Wald hinein.
Der violette „Milanweg“ ist einer von drei Wanderwegen rund um Niedererbach. Dieser Milanweg verbindet die Orte Niedererbach, Elz und Malmeneich miteinander


Mitten im Wald biegt die Strecke unverhofft nach links ab und über einen schmalen, fast unsichtbaren Pfad gelangt man nach Malmeneich.

Der Wegweiser in Malmeneich zeigt nach Limburg und „Mordschau“. Mordschau ist eine Denkmal, ein Kreuz, welches an den Dreißigjährigen Krieg erinnert. Damals wurde Elz von den Schweden (1630/35) heimgesucht (elz.de).


Am Dorfbrunnen lege ich eine kurze Pause ein und dann geht es am Feuerwehrhaus vorbei zurück in Richtung Hadamar.
Die nächsten Kilometer führen durch den Stadtwald von Hadamar.



Am Wegesrand sieht man kleine Teiche mit Seerosen.
Am Ende des Stadtwaldes und kurz vor Hadamar passiert man den Weiher des Fischerei Vereins.


Eine schöne Baumallee umrandet den Weiher.

Der Rückweg geht am Schwimmbad vorbei und schon bald erreicht man dern Ortsrand von Hadamar.


Unterhalb des Musischen Internates geht es steil den Berg hinunter.
Das ehemalige Franziskanerkloster und die Kirche St. Ägidius sieht man hoch am Mönchberg. Heute ist das ehemalige Kloster Teil des Psychiatrischen Landeskrankenhauses (denkxweb.denkmalpflege-hessen.de).



Auf der Brücke steht eine umgitterte Sandsteinfigur des Hl. Johann von Nepomuk. Sie soll um 1760 von den Jesuiten der Stadt gestiftet worden sein (denkxweb.denkmalpflege-hessen.de).
Ein großes Wandbild schmückt das Haus am Kopf der Brücke.


In Hadamar findet man viele Infotafeln die über die Historie des Ortes berichten. Hier erfährt man das Anton Ahlbach, 1893 geboren, hier am Neumarkt aufwuchs. Er wurde mit seinem Bruder als Soldat nach Beginn des Ersten Weltkrieg einberufen. 1918 verstarb er mit 25 Jahren an seinen schweren Verletzungen.


Die Hammelburg wurde vermutlich 1614 erbaut. Bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts war es das Wohnhaus eines größeren Hofes. Das Tor links vom Gebäude ist das „Limburger Tor“ und es war einst Teil der Stadtmauern. Laut Wikipedia leitet sich der Name „Hammelburg“ von einem ehemaligen Kellereibeamten namens „Hamel“ her.
Nun geht es am Kreisel vorbei zum Hadamarer Schloss. Zuerst sieht man den ehemaliger Marstall wo sich heute das Stadtmuseum befindet. Die Gebäude wurden 1619-25 für die Leibgarde und für Wirtschafts- und Verwaltungseinrichtungen erbaut (denkxweb.denkmalpflege-hessen.de).


Dann erreicht man das Residenzschloss. Aus1607 gibt es die erste bekannte Baubeschreibung Das heutige Schloss entstand im 17. Jahrhundert unter Johann Ludwig von Nassau-Hadamar. In den Jahren bis heute hat das Schloss gute Zeiten und Verfall erlebt. Zwischen 2008 und 2011 wurde die Fassade renoviert und in der Fürstenwohnung entstand ein Glasmuseum (Wikipedia)


Vom Innenhof führt eine Treppe über den Elbbach und dann zum Bahnhof.
Von der Straße aus sieht man am Fusse des Mönchbergs die Liebfrauenkirche. Die Bausubstanz stammt aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Zusätzlich zum Denkmalschutz hat die Liebfrauenkirche den Schutzstatus für den Kriegsfall nach der Haager Konvention erhalten.


Ich erreich den Bahnhof zeitig genung für die nächste Fahrt nach Limburg. Nur diese Fahrt fällt aus. Also gehe ich zurück in die Stadt und warte auf den nächsten Zug in einem Cafè bei Kaffee und Kuchen.
