Von Bickenbach (Bergstrasse) nach Seeheim-Jugenheim, 30 August 2026

  • Start: Bickenbach (Bergstraße), Bahnhof
  • Länge: 13,8km
  • Markierung: keine durchgehende
  • GPS Track: Link zu GPS-Tour.info
  • Aufgezeichnete GPS-Tracks sind Momentaufnahmen da Gegebenheiten vor Ort sich ändern können

Trip Summary

Die heutige Wanderung beginnt am Bahnhof Bickenbach (Bergstraße). Der Bahnhof wurde im Jahr 1848 erbaut und dient dem Regionalverkehr in Richtung Frankfurt und Mannheim.

Die Straße vor dem Bahnhof heißt Bahnhofstraße oder auch Bachgasse und verläuft am Landbach entlang in Richtung Innenstadt.

An der Bachgasse sieht man auch den Judenbrunnen (eine Nachbildung, das Original steht im Bickenbacher Bürgerhaus). Dieser wurde 1769 errichtet und erhielt seinen Namen von der in der Nähe befindlichen ehem. Judenschule (denkxweb.denkmalpflege-hessen.de).

Auch an der Bachgasse steht dieses kleine Häuschen mit einem Wasserrad..

Und wer schaut hier aus dem Fenster? doch nicht Max und Moritz? und Lehrer Lämpel ?

In der Schulzengasse steht dieses Haus aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts (denkxweb.denkmalpflege-hessen.de).

Auf dem Weg nach Jugenheim mache ich noch einen kurzen Abstecher zur Evangelischen Kirche mit Friedhof. Diese Kirche wurde 1808/09 auf den Resten einer im 10. Jh. erbauten Vorgängerbaus errichtet (denkxweb.denkmalpflege-hessen.de).

In einem Nebenbau stehen Grabsteinplatten aus dem 18. Jahrhundert.

Bald geht es hinaus in die offene Landschaft.

Die Spargelpflanzen bilden neue Wurzeln und bereiten sich auf die nächste Saison vor.

…auf dem Weg nach Jugenheim

Unterwegs trifft man auf die Wanderwege des Odenwald Klubs. Mehr Informationen findet man auf odenwaldklub.de.

Die Kirche St. Bonifatius in Jugenheim wurde  1912/13 erbaut.

Das Alte Rathaus in Jugenheim stammt aus dem Jahr 1556.

Der Gedenkstein von 1913 steht am Alten Rathaus und erinnert an das 50jährige Bestehen des Verschönerungsvereins von Jugenheim. Das Relief zeigt eine Person die einen Drachen besiegt.

Unweit vom Alten Rathaus passiert man das Kriegerdenkmal und sieht den Wegweiser zum Schloss Heiligenberg. Von nun an geht es steil bergauf.

Bald erreicht man die Bergkirche. Sie wurde um das Jahr 1480  auf dem Platz eines Vorgängerbaus von 1263 erbaut (Wikipedia).

Der Alemannenweg und der Burgensteig Bergstraße werden hier vom Odenwald Klub betreut. Der Alemannenweg ist 144 Kilometer lang und beginnt und endet in Erbach und Michelstadt. Der Burgensteig an der Bergstraße ist 115 Kilometer lang und führt von Darmstadt-Eberstadt nach Heidelberg (odenwaldklub.de).

Nun sind es nur noch wenige Schritte bis zum Schloss Heiligenberg.

Wer die Klosterruine, das Goldene Kreuz und die Gedächtniskirche besuchen möchte muss oben am Ende des Pfades scharf nach rechts abbiegen (diesen Weg habe ich verpasst). Die Klosterruine war einst die Heimat eines sehr kleinen mittelalterlichen Nonnenklosters. Konrad von Bickenbach und seine Frau gründeten 1264 das Kloster und vor dem Goldenen Kreuz in der Gedächtniskapelle ruhen Prinz Alexander von Hessen und bei Rhein und Prinzessin Julie von Battenberg (heiligenberg-jugenheim.de)

Nach dem anstrengenden Anstieg steht das Schloss Heiligenberg vor mir. Im Jahr 1827 erwarb Wilhelmine von Baden das Hofgut und baute es zu ihrem Sommersitz und später zu einem Schloss um. Lange Jahre wurde das Schloss kaum genutzt bis eine Stiftung 2007 es sich zur Aufgabe machte das Schloss und den Park zu restaurieren (heiligenberg-jugenheim.de).

Im Innenhof geniessen die Besucher Kaffee und Kuchen. Andere kommen mit Geschenken im Arm um ein Fest zu feiern.

Das Russenhaus hinter dem Schloss ist heute ein kleines Museum. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Battenberger mit ihren Verbindungen nach Russland und England (heiligenberg-jugenheim.de).

Viele Dokumente, Bilder und schriftliche Exponate informiren über die „so genannten Russenzeiten und ihre positiven Auswirkungen auf Jugenheim“ (heiligenberg-jugenheim.de).

Die originale Pickelhaube stammt von Andreas Prinz von Griechenland (um 1900), verheiratet mit Alice Prinzessin von Battenberg (Infotafel).

Die Gärtnervilla wurde 1904 für den Hofgärtner Gernet errichtet und ist heute vermietet (heiligenberg-jugenheim.de).

Hinter der Gärtnervilla führt ein schmaler Weg nach rechts zurück zum Schloss oder nach links in den Wald hinein.

Ich folge dem Waldweg nach links und nach einer schönen und ruhigen Strecke durch den Wald gelange ich zum Hotel Brandhof. Dort überquert man den Stettbach und …

…folgt dann der Straße ein kleines Stück bergauf. Dann biegt man nach links auf einen schmalen Pfad ab.

Dieser Pfad geht steil den Tannenberg hinauf bis man endlich (völlig ausser Atem) an der Burgruine ankommt.

Cuno I von Münzenberg und seine Familie erbauten um 1200 die Burg Tannenberg um von hier aus Amtsgeschäfte wie Steuerverwaltung, Gerichtsbarkeit und Bevölkerungsschutz wahrzunehmen (Infotafel).

Ein Nachfahre, Hartmut von Kronberg, begann um 1400 Kaufmannsüge zu überfallen und auszurauben. Ebenso um 1400 formte Rupprecht von der Pfalz eine Allianz der umliegenden Städte und Fürstentümer, eroberte die Burg und zerstörte diese bis auf die Kapelle (Infotafel).

Seit 1972 bemühen sich Ehrenamtlich die Burg zu sichern und zu erhalten.

Die Burg scheint sehr beliebt zu sein. An diesem Sonntag sind einige Familien mit Kindern und Wandergruppen auf dem Gelände unterwegs.

Die Aussicht von hier oben geht weit ins Land, bis nach Darmstadt und Frankfurt.

Ein schmaler Pfad führt aus der Burg hinaus zu einem lauschigen Plätzchen mit einem Rastplatz im Wald.

Auf einer Liege mit Aussicht lege ich eine lange Pause ein. Von hier aus kann man in Ruhe das Treiben auf der Burg beobachten.

Der Weg zurück nach Seeheim führt über diese Brücke und wieder in den Wald hinein.

Nun geht es auf schmalem und steinigen Pfad steil bergab.

Nach etwa 600 Metern mündet der Pfad in einen Waldweg und es geht weiter den Tannenberg hinunter.

Man überquert den Waldweg und geht weiter auf dem schmalen Pfad bergab.

Die Sage der „Fünfschwesternlinden“ erzählt von der Erbprinzessin Karoline von Hessen die 1765 hier Wahrsagerin begegnet sein soll. Diese prophezeite fünf Töchter und fünf Kronen und dies trat tatsächlich ein. Als Erinnerung wurden hier vor mehr als 100 Jahren die Linden gepflanzt (Infotafel).

Hinter den Linden überquert man den Lufthansaring und folgt dem Alemannenweg und dem Burgensteig Bergstraße.

Das gelbe Kreuz gehört zu dem Fernwanderweg Saar-Rhein-Main-Weg. Dieser beginnt in Homburg und endet in Wörth am Main. Dazwischen liegen etwa 280 Kilometer. Die einzelnen Etappen werden von lokalen Wandervereinen betreut und man sollte gute Wanderkarten oder ein Wandernavi mit Routenführung bei sich haben (Wikipedia).

Nun geht es am Hang entlang nach Seeheim im Tal.

Eine steile Treppe zwischen zwei Häusern bring mich hinunter zur Ober-Beerbacher Straße.

Die Strecke geht durch den Ort. Es ist sehr ruhig und es sind kaum Leute unterwegs.

Das Alte Rathaus von Seeheim wurde im Jahre 1599 erbaut. Heute findet man im hinteren Anbau das Heimatmuseum 

Über das Schulpädche gelangt man zu einem kleinen Park mit einem sehr originellen Brunnen: dem Seeheimer Halbkreis, geschaffen 2005 von Peter Lenk und F.W. Baier.

Der Künstler Lenk sagt zu den lustigen Zeitgenossen : „Touristen, die sonst nie gekommen wären! Sie sitzen dösend und dräumend vor einem Bachlauf. Acht dieser Spezies: Zuhälter – Landvolk – Punkermädchen – und die Emanze mit Stil.“ (darmstadt-dieburg-entdecken.de).

Hier an der Schulstraße findet man das neue Rathaus von Seeheim. Gleich nebenan, der große Bau ist das Forum.

Nachdem man die Schulstraße überquert hat passiert man einen Teich mit großem Springbrunnen. und dann geht es aus Seelheim hinaus.

Es geht weiter über die Heidelberger Straße und am Schuldorf vorbei.

Es folgt eine lange Strecke durch den Wald.

Hier ist kaum jemand unterwegs.

Die Schutzhütte sieht verlockend aus aber ich beeile mich um den nächsten Zug zuerreichen.

Nur noch ein Kilometer und ich bin zurück in Backenbach.

Die ersten Häuser sind nun in Sicht und der Bahnhof ist dann auch nur um die Ecke.

Der Zug ist weg! Nun heißt es warten bis der nächste kommt. An der Ecke des Gebäudes steht ein Automat mit Eisbechern und das Eis versüßt nun die Wartezeit.

Langsam füllt sich der Bahnsteig, der Zug kommt und bringt mich nach Frankfurt und dann weiter nach Hause.