
- Start: Niederweimar (Lahn), Bahnhof
- Länge: 13,2km
- Markierung: keine durchgehende
- GPS Track: Link zu GPS-Tour.info
- Aufgezeichnete GPS-Tracks sind Momentaufnahmen da Gegebenheiten vor Ort sich ändern können
Über den Umweg Marburg gelange ich nach Niederweimar an der Lahn. Nun möchte ich auf die gegenüberliegende Seite und dafür muss ich über die Brücke laufen.


Ein Blick von der Brücke zurück auf den Bahnhof und in Richtung Marburg. Am Ende der Brücke geht es nach unten zum Radweg und dann besuche ich zuerst den Weimarer See.

Der Parkplatz beim Aquapark füllt sich bereits früh am Morgen. Ich gehe den gleichen Weg zurück zum Bahnhof und dann weiter zu den Kiesgruben.


Der Lahnradweg ist gesperrt, aber bis zur Zeiteninsel kann man laufen.

Rechts und links vom Weg sieht man rekultivierte Flächen. Im See wohnen die streng geschütze Kreuzkröte und weitere interessante Amphibien (Infotafel)


Dieser Weg an der alten Kiesgrube entlang ist ein Genuss.
Nach etwa vier Kilometern sehe ich die Gaststätte Ochsenburg vor mir. Nun ist es nicht mehr weit bis zur Zeiteninsel.



Diese renaturierten Flächen sind für Vögel reserviert. Hier lebt der Flussregenpfeifer. Sie brüten auf offen Sand- und Kiesflächen und deshalb wird regelmässig an wechselnden Stellen der Boden weggeschoben. Dort legt der Vogel seine Nester an (Infotafel).
Rechts auf einem Hügel steht dias Inselzentrum. Die Zeiteninsel ist ein Freilichtmuseum wo man archäologische Funde und Nachbauten von Wohngebäuden aus der Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit und Römerzeit bewundern und begehen kann Mehr Informationen findet man auf zeiteninsel.de.


Ich zahle meinen Eintritt und die Reise in die Vergangenheit beginnt. Die Modellhäuser der verschiedenen Epochen basieren auf Grabungsbefunde im Lahntal. Viele Stelen erzählen wie die Menschen hier lebten, den Funden und dem historischen Hintergrund.

Im Inneren der Wohnhäuser sieht man Schlafgelegenheiten aus Lehm und Tierfellen, Feuerstätten und Kleidung aus der Eisenzeit.


In der Eisenzeit (um 450 v. Chr.) wurden Waffen und Werkzeuge (z.B. Äxte, Sensen, Pflugschare) statt aus Bronze nun aus Eisen hergestellt. Das Gebiet um die Lahn und Dill war reich an Eisenerzvorkommen.
Die Kelten beherrschten die Eisengewinnung und Verarbeitung meisterhaft. Die Keltenstämme lebten in Oppida (Großsiedlungen) unter anderem auf dem Dünsberg bei Gießen und dem Altkönig bei Oberursel.



Auf dem Dünsberg errichteten die Kelten eine Siedlung mit vermutlich mehreren Tausend Bewohnern. Sie wurden geschützt durch Verteidigungsmauern und Gräben. Hier wurden ebenso Münzen wie Das „Tanzende Männlein“ geprägt Infotafel).
Mittlere Jungsteinzeit um 4500 v. Chr.: die ersten sesshaften Bauern erreichten Hessen um etwa 5500 v. Chr. und deren Zeit bis etwa 4800 v. Chr. wurde wegen ihrer „Linearbandkeramik“ entsprechend benannt. Es folgte die „Rössener Kultur“ und dies ist ein Gebäude eben dieser Rössener Kultur (Infotafel).


Der erhaltene Grundriss dieses Langhauses wurde in der Kiesgrube entdeckt. Es ist 30 Meter lang und etwa 8 Meter breit. Es gab wahrscheinlich Querwände die Wohnbereich, Schlafbereich und Ställe voneinander trennten (Infotafel).

Das Jagdlager aus der Mittelsteinzeit wurde aus biegsamen Routen, Rinden und Tierhäuten errichtet.


Tiere gehörten zu den verschieden Gehöften die auf der Zeiteninsel zu finden sind. Also gehören die Schafe auch zu diesem lebendigen Freilichtmuseum (zeiteninsel.de).
In der Keramikstation werden Fundstücke gezeigt.


Selbst die kleinen Brücken sind den Originalen nachempfunden.


Germanenstämme drängten in der Mitte des ersten Jahrhundert in das Gebiet Gallien, dem heutigen Frankreich ein. Julius Cäsar besiegte die Kelten im Gallischen Krieg (58 -51 v. Chr). Die Germanen besetzten dann die von den Kelten besiedelten Gebiete.
Das Symbol für die Zeiteninsel ist ein Angelhaken. Bei der Einrichtung des Museumsgeländes wurde in einer Abfallgrube der mittleren Steinzeit (um 1500 v. Chr.) dieser seltene Angelhaken gefunden.


Ich könnte noch Stunden auf der Zeiteninsel verbringen aber es geht weiter auf der Wanderstrecke. Die Strecke führt am Ortsrand von Argenstein (Weimar) entlang hinaus in die weite Landschaft.
Die Wegemarkierung gehört zum Hugenotten- und Waldenserpfad. Der 2.500 km lange Kulturfernwanderweg folgt den realen historischen Fluchtwegen der Hugenotten und Waldensern. Die europäische Route beginnt in dem französischen Ort Le Poët Laval, führt durch Schweiz und Italien, und endet in Bad Karshafen (hugenotten-waldenserpfad.eu und Wikipedia).



Das Feuchtwiesenbiotop ist noch relativ jung. Die erste Flutung der Par-Allna fand 2010 statt. Seitdem ist dieses Gebiet ein wichtiges Vogelrastgebiet für eine der wichtigsten Vogelfluglinien Europas (Wikipedia).
Man überquert die Kreisstraße und auf der anderen Seite geht es weiter in Richtung Mündung der Par-Allna in die Lahn.


Die Kühe genießen diesen schönen Sonntag.

Bei Roth biegt die Par-Allna nach links ab um in die Lahn zu münden.


Auch nachdem die Par-Allna in die Lahn mündet geht das Naturschutzgebiet weiter bis nach Fronhausen.

Um nach Fronhausen zu gelangen biege ich auf naturbelassene Feldwege ab.


Parallel zur Landstraße verläuft ein Radweg der zum Bahnhof in Frohnhausen führt.
Hinter dem Kreisel erreicht man den Ortsrand und dann ist es nicht mehr weit bis zum Bahnhof.



Ich habe noch ein wenig Zeit bis die Bahn kommt und somit mache ich mich auf die Suche der Unterburg die laut Karte in der Nähe sein soll. Leider ist diese gut versteckt hinter einer hohen Mauer.
Unterwegs komme ich am Feuwehrhaus und dem neuen Rathaus vorbei. Dann wird es Zeit zum Bahnhof zurück zu kehren und es bleibt keine Zeit den Ortskern mit seinen Fachwerkhäusern, der Kiche aus dem 12. Jahrhundert und die Oberburg zu besuchen.


Neben dem Bahnhof ist richtig viel los. Hier wird die Burschenkirmes lautstark gefeiert.
Nachdem ich am Bahnhof ankomme fährt auch schon der Zug ein. Nun geht es entspannt zurück nach Hause.

