
- Start: Alsfeld, Bahnhof
- Länge: 15,8km
- Markierung: keine durchgehende
- GPS Track: Link zu GPS-Tour.info
- Aufgezeichnete GPS-Tracks sind Momentaufnahmen da Gegebenheiten vor Ort sich ändern können
Ich bin schon sehr früh unterwegs denn die Anreise per Bahn von Selters (Ts) nach Alsfeld dauert etwas mehr als drei Stunden. Gegen 10 Uhr erreiche ich den Bahnhof. Die berühmte Altstadt und das Alsfelder Rathaus werde ich am Ende der Wanderung besuchen.


1869/70 wurde das erste Stationsgebäude erbaut. Um dem steigenden Verkehr gerecht zu werden wurde 1914/15 das heutige Empfangsgebäude errichtet (denkxweb.denkmalpflege-hessen.de).

Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hesen (LLH) ist eine Fachschule für Landwirte .


Die Marburger Straße verläuft weiterhin geradeaus durch die offene Landschaft. Eventuell endet die Straße und mündet in einen Radweg.
Der Weitblick reicht tief ins Land hinein.



Vor mir erscheinen die ersten Häuser von Leusel. Der Ort ist ein Stadtteil von Alsfeld. Die Ersterwähnung von Leusel war im Jahr 1107 in einer Schenkungsurkunde des Edelfreien Kunimund an das Kloster Hersfeld (Wikipedia).
So sah es vor über 900 Jahren hier aus.


Viele der Häuser und Hofreiten wurden im 16. bis 19. Jahrhundert erbaut.

Die Kirche von Leusel wurde 1696/97 errichtet (denkxweb.denkmalpflege-hessen.de).


Die Wanderwegmarkierung zwischen Alsfeld und Leusel zeigt das Alsfelder Rathaus.
Hier verlässt man Leusel und wieder geht es in die offene Landschaft hinein.



Irgendwo da hinten liegt die Anrifttalsperre.
Links liegt Angenrod im Tal. Ich überquere die Landstraße und folge dem Radweg oberhalb des Ortes.


Am Ortsrand von Angenrod bieg die Strecke nach rechts ab und bald erreicht man einen Wegweiser der zeigt wo es lang geht zum Stausee.

Nur ein paar hundert Meter sind es vom Wegweiser bis zum Wald und schon hat man das Naturschutzgebiet Antrifttalperre erreicht. Hier finden seltene Amphibien und Vögel eine Heimat.


Links vom Weg sieht man das Vorbecken in welches die Anttrift mündet und der Unrat zurückgehalten wird. Rechts vom Weg öffnet sich der Blick auf den Stausee. Laut Infotafel hat er ein Größe von 13,6 Hektar.
Ein etwas über drei Kilometer langer Radweg führt um den See herum.



Am Ufer stehen einige kleine Ferienhäuser.
Auch ein Hotel steht für Erholungsuchende bereit.


Am Strand liegen Tretboote bereit. Doch ein kalter Wind weht heute und es scheint das die Besucher lieber im warmen Cafè des Hotels sitzen.

Der Damm führt zum gegenüberliegenden Ufer.


Der „Kelchüberfall“ dient der Hochwasserentlastung. Ein Kanal unter dem Damm lässt überlaufendes Wasser in die Antrift abfließen (Wikipedia).
Ein Radweg schließt sich an den Dammweg an und es geht weiter um den Stausee herum.



Kurz ehe man den See vollständig umrundet hat, folgt man einem schmalen Pfad nach links in den Wald hinein.
Danach folgt man einem naturbelassenen Feldweg und trifft dann auf einen Radweg.


Nun führt die Strecke wieder durch Wiesen und an Ackerland vorbei.

Einige Kilometer lang genießt man eine wunderschöne Aussicht über eine Landschaft wie gemalt.


Der Weg führt auch auf dem Rückweg durch Leusel. Im Ort biegt man nach links ab.
Die drei auf der Bank begrüßen jeden der hier vorbei kommt.



Bald biegt man wieder ab um auf einem Feldweg in Richtung Alsfeld zu laufen.
Da vorne rauscht gerade die Bahn vorbei.


Nachdem man die Gleise überquert hat geht es weiter durch Felder bis man einen klein Wald erreicht. Es folgt ein kleiner Abstecher zum Alsfelder Friedhof.

Die Friedhofskapelle wurde 1365 erbaut und 1752 und später umgebaut. Hier befinden sich 52 Grabmäler, die von 1565 bis 1842 stammen (Wikipedia)


Der Weg auf der Wanderkarte ist verperrt also verlasse ich den Friedhof durch einen Seiteneingang.
Die B62, die Georg-Dietrich-Bücking Straße, führt direkt zur Altstadt. Unterwegs passiert man das alte Postamt.



Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg geschont und nur ein Bomenangriff zerstörte Wohnhäuser. In 1963 beschlossen die Stadtverordneten das Stadtbild mit der Altstadt besonders zu schützen (Wikipedia).
Man könnte Tage hier verbringen um die Historie dieser Fachwerkhäuser zu erfahren.


Heute steht an der Ecke des Marktplatzes steht das Gasthaus „Zum Pranger“. Früher war wurde ein Verurteiltr öffent bloß gestellt, also an den Parnger gestellt. Das Haus wurde ab 1538 von Hans von Frankfurt erbaut (alsfeld.de)

An der linken Ecke des Rathauses befindet sich die „Alsfelder Elle“ und sie war das Maß nach dem sich die Händler richten mussten. Sie entsprach etwa dem Abstand zwischen Ellbogen und Mittelfingerspitze eines ausgewachsenen Mannes.


Blick vom Rathaus auf den Marktplatz. Alsfeld wurde im Denkmalschutzjahr 1975 vom Europarat der Titel „Europäischen Modellstadt“ für ausgezeichnete Sanierungsmaßnahmen und die Instandhaltung zahlreicher Fachwerkbauten verliehen (alsfeld.de).
In direkter Nachbarschaft vom Rathaus steht die Walpurgis Kirche. 1521 erreichte Martin Luther den Ort Alsfeld. Hier wurden unter Luthers Einfluss in den Jahren 1518 bis 1523 eine protestantische Gemeinde gegründet und der Ablasshandel verboten (Infotafel).


Die Walpurgis Kirche wurde im 13. Jahrhundert an der Stelle einer frühromanischen Kirche gebaut. Der Turm wurde 1394 nach dem Einsturz neu erbaut, 1543 vollendet und 1836 um einen Stock gekürzt (Infotafel).


In der Kirche hängt eine Kopie der 95 Thesen Luthers. Sie wurden 1517 veröffentlicht und waren der Anstoß für öffentlichen Diskussionen um den Ablasshandel der Kirche.
Das Epitaph (Grabplatte) von Werner von Gils in der Walpurgis Kirche in Alsfeld. Werner von Gilsa starb am 10. Juni 1597.


Das Beinhaus ist eine Kapelle, erbaut 1368, dient damals der Aufbewahrung der Gebeine aus dem umliegenden Friedhof. Seit 1983 befindet sich dort das Stadtarchiv (alsfeld.de).

Ich überquere nochmals den Marktplatz und mache mich auf den Weg zum Bahnhof.


Die Zeit reicht nicht um alle Sehenswürdigkeiten in Alsfeld zu sehen. Auf alsfeld.de hat die Stadt Vorschläge gemacht was man in einer Stunde sehen sollte.
Das ehemalige Augustinerkloster wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert gegründet und 1527 aufgegeb (alsfeld.de). Im Klostergarten wird gerade ein Hochzeitspaar fotogafiert.



Der Bahnhof ist erreicht. Der Zug soll bald kommen und Eile ist geboten.
Der Zug kommt pünktlich und es geht gemütlich nach Limburg zurück.

