Herborn Runde links und rechts der Dill, 23 Mai 2021

  • Start: Herborn, Bahnhof
  • Länge: 16,6km
  • Markierung: keine durchgehende
  • GPS Track: Link zu GPS-Tour.info
  • Aufgezeichnete Tracks sind Momentaufnahmen da Gegebenheiten vor Ort sich ändern können

Trip summary

Herborn ist eine mittelalterlich anmutende Stadt. Erstmals 1048 urkundlich erwähnt, erhielt sie 1251 die Stadtrechte. Im zweiten Weltkrieg wurde die Stadt weitestgehend von der Zerstörung verschont und somit kann man heute in der Altstadt zahlreiche Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten bewundern.

Den Streifzug durch die Altstadt hebe ich mir für den Nachmittag auf. Zunächst gehe ich am Bahnhof (1907 erbaut) und dem Postamt (von 1915) vorbei. Unterwegs sieht man dieses Denkmal aus Stein mit dem Herborner Stadtwappen. Laut der Touristen-Info kann man rund um Herborn über 350 km Wanderwege erkunden.

… quo vadis Wanderer? Wo geht’s hin?

Der Jahrtausendweg-H10 wurde zum Jahrtausendwechsel eingerichtet und führt am Hombergtempel vorbei (ich-geh-wandern.de). Die Markierungen sind schon am Anfang lückenhaft und ich vertraue meinem Wandernavi für eine gute Führung.

Es weiter über die Brücke der B255 und nach dem Überqueren der B277 sieht man schon den Pfad der steil den Berg hinauf geht.

An der Treppe sieht man die Markierungen des ‚Hugenotten und Waldenser Pilgerpfades‘ und des ‚Lahn-Dill-Bergland‘ Weges. Nach ein paar hundert Metern kommt man zum Aussichtspunkt ‚Schlossblick‘.

…Aussichtspunkt ‚Schlossblick‘

Weiter geht es bergauf, zuerst auf einem Waldweg und dann biegt man nach rechts auf einen schmalen Pfad ab. Festes Schuhwerk ist nun gefragt.

Der ‚Homberg Tempel‘ ist erreicht und der Ausblick lohnt für die Mühe des Anstieges.

… Blick vom Homberg Tempel über Herborn ind Dilltal.

Ab und zu sieht man die alte Markierung des H10 und ich bin froh das mein Navi mir den Weg zeigt.

Die Sonne scheint und die Bank lädt zu einer Pause ein. Aber es ist noch früh und ich hab noch einige Kilometer Wanderwege vor mir.

Die Wegweiser zeigen in alle Richtungen. Da ist es schon gut zu wissen welchen Weg man nehmen möchte.

… herrliche Ruhe im Wald. Nur der Gesang von Vögeln begleited mich.

Bald erreiche ich die ersten Häuser von Sinn. Am Ortseingang biegt die Strecke nach rechts ab und führt zurück in Richtung Herborn.

Über den Dächern von Sinn hinweg sieht man die Silhouette von Burg Greifenstein. Erstaunlich, denn es sind Luftlinie etwa 5-6 Kilometer Entfernung von Sinn bis zur Burg.

Weiter geht es durch den Wald und nach etwas über einem Kilometer kommt man zu dieser Bank mit Weitsicht ‚Am Pavillion‘. Zwei Damen halten hier ein gemütliches Schwätzchen, ich gehe um sie herum und geniesse die Aussicht.

..Blick von der Bank ‚Am Pavillion‘ in Richtung Herborn.

Am Wegesrand ein kleiner Steinturm mit ‚Äffchen‘ (unterhalb der Bildmitte)

Ab und zu verdunkeln ein paar Wolken den Himmel aber geregnet hat es noch nicht.

Hier haben einige Bienen ihr zu Hause gefunden.

… eine Öffnung im Wald gibt die Sicht frei auf die andere Dillseite und man kann schon die ersten Häuser von Herborn sehen

Bei den Hallen der Firma Rittel führt der Weg mitten durch den Parkplatz, dann über die Strasse und auf der anderen Seite wieder in den Wald hinein.

Bald biegt der Waldweg nach links ab wieder in Richtung Stadt..

Man hört von weitem die Hähne krähen und Hühner gackern: ein Geflügelhof mitten im Wald.

… eine Ermahnung an die Besucher des Geflügelhofes.

Durch ein Wohngebiet gelangt man zurück an die Brücke und geht über die Bahngleise in die Stadt hinein.

Anstelle zum Bahnhof zurück zu kehren geht es nun über die Dill hinweg zur Herborner Altstadt.

Am Platz an der Linde sieht man das Bürgerdenkmal mit „Katzemarie“, „kleiner Mann mit Herz“ und Ernst de La Motte. Wer mehr lesen möchte findet die Geschichten der drei Bürger auf Mittelhessen.de.

… Blick an der Hauptstrasse entlang die zur Kernstadt führt. Hier reiht sich ein Fachwerkhaus an das nächste.

Die Besichtigung der Kernstadt und Teile der Altstadt hebe ich mir für einen späteren Besuch auf. Am Holzmarkt biege ich ab und gehe in Richtung Herborner Schloss. Die Info-Tafel zeigt die bedeutendsten Fachwerkhäuser und Denkmäler und wo man sie finden kann.

Ein Fachwerkhaus am ‚Schmaler Weg‘ – das Obergeschoss wurde in die Strasse hinein ragend gebaut um grosse Räume zu ermöglichen

… das Herborner Schloss

Die Burg ist im Besitz der Ev. Kirche und heute werden hier Tagungen und Seminare abgehalten. Eine Besichtigung ist nicht möglich. Wahrscheinlich wurde die Burg um 1250 erbaut und wird 1307 erstmals urkundlich erwähnt. Sie war für einige Zeit eine Nassauische Residenz und Witwensitz für Isabelle Charlotte von Nassau-Dietz. 1584 wurde hier die „Hohe Schule“ mit ihren Vorlesungsräumen und Wohnungen für die Professoren untergebracht. Die Schule zog dann später ins Rathaus der Stadt (Info-Tafel). Aus dieser Zeit befindet sich eine bedeutende historische Bibliothek in der Burg.

Dies war das Haus des Theologen Wilhelm Zepper und wurde 1601 erbaut.

Mittlerweile bin ich auf den „Kleinen Wäller HessentagWanderWeg“ gestossen und folge ihm für die nächsten Kilometer. Der Weg führt um den Hauptfriedhof herum und an der Kriegsgräberstätte vorbei.

… die Kriegsgräberstätte am Hauptfriedhof

Vom Hauptfriedhof aus gehe ich nun weiter zum Wildgehege. Von hier oben kann man weit über Herborn hinaus sehen.

Eine Bücke führt über die A45, am Parkplatz vorbei zum Wildgehege.

Die Beschilderung des Hessentagwanderweges und eine Infotafel zeigen den Weg durch das Gebiet und wo welche Tiere zu sehen sind.

…das Rotwild hat sich im Wald versteckt.

Der Park ist gut besucht. Vor allen Dingen Familien mit Kindern finden hier viel zu tun.

Spielplätze und Hütten sind für die Besucher eingerichtet.

Die Lamas grasen ruhig in ihrer Weide.Ein junger Damhirsch stellt sich in perfeckte Bildpose. Er wartet geduldig bis ich einen Euro aus dem Rucksack heraus krame, Futter aus dem Automaten ziehe und es für ihn in den Trog schütte.

… der Damhirsch weiss wie man an Futter kommt

Ich laufe noch ein Stückchen ins Gelände und gehe dann zurück um den Wildpark zu verlassen.

Unter der Brücke und der A45 hindurch gehts weiter und bald sehe ich den Aussichtsturm ‚Dillblick‘. Er wurde 2015 eröffnet und soll einen Panoramablick zu beiden Seiten der Dill ermöglichen.

Die Info-Tafel beschreibt den Wäller Hessentagswanderweg und die Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Direkt am Turm befindet sich auch ein grosser Parkplatz für Besucher die nicht so weit laufen möchten

… der 17 Meter hohe Aussichtsturm ‚Dillblick‘ ist abgeschlossen und die grossartige Aussicht werde ich ein andermal nachholen

Die Strasse zurück ins Zentrum geht ziemlich steil den Berg hinab.

Der Dillturm war Teil der 1343 erstmalig erwähnten Stadtmauer.

Im Jahre 1904 brannte die Ostseite der Schafgasse ab. Der Dillturm und die anderen Gebäude wurden später wieder aufgebaut. Diese Erinnerungstafel befindet sich im Durchgang des Stadttores.

Schnell geht es an den Enten auf der Dillbrücke vorbei zum Bahnhof.

Die Bahn kommt pünktlich und ich trete den Heimweg an. Es gibt noch viele Wanderwege und Teile der Stadt zu erkunden. Mal sehen wann ich die nächste Wanderung in und rund um Herborn unternehmen werde.

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