Neuwied am Rhein, ein Rundweg durch Stadt und Land, 13 August 2023

  • Start: Neuwied am Rhein, Bahnhof
  • Länge: 17,2km
  • Markierung: keine durchgehende
  • GPS Track: Link zu GPS-Tour.info
  • Aufgezeichnete Tracks sind Momentaufnahmen da Gegebenheiten vor Ort sich ändern können

Trip Summary

Im Juni 2019 wanderte ich von Weissenturm über Urmitz nach Neuwied und wieder zurück. Da ich damals nur wenig Zeit in Neuwied verbrachte möchte ich heute die Stadt und die Umgebung erkunden. Vom Bahnhof aus geht es zuerst in Richtung Rheinufer.

Das Gerichtsgebäude mit dem Sitz des Amtsgerichts wurde 1854 erbaut und ist für die Angelegenheiten zusätzlich zu Neuwied auch für Rengsdorf-Waldbreitbach, Dierdorf und Puderbach zuständig (Wikipedia).

Das Röntgen-Museum zeigt eine Sammlung von Möbeln von Abraham und David Roentgen. Die beiden Kunsttischler belieferten im 18. Jahrhundert Fürsten zwischen Paris und Petersburg (museum.de)

Die Lebensmittelfachschule, auch foodakademie genannt, bildet ihre Studenten für den Lebensmittelhandel aus. Das Gebäude wurde 1870 erbaut und beherbergte einst die ehemalige Knabenanstalt der Herrnhuter Brüdergemeine. Mehr Informationen und Bilder der Knaben findet man auf foodakademie.de.

Die Religionsgemeinschaft Herrnhuter Brüdergemeine errichtete ein ganzes Viertel mit Kirche, Kindergarten, Schulen und Altenheim (Infotafel).

Neuwied war seit seiner Gründung im Jahre 1653 offen für Vertriebene verschiedener Religionsgemenschaften. Neben Mennoniten und Reformierten kamen auch Angehörige der „Herrnhuter“ aus dem sächsischen Oberlausitz nach Neuwied (neuwied.ebu.de).

Der Pegeltum ist ein Wahrzeichen Neuwieds. Seine Gesamthöhe beträgt 10,90 Meter und seine Aufgabe ist den aktuellen Wasserstand zu messen. Am 23. Dezember 1993 betrug der Wasserstand 10,28 Meter (Infotafel).

In der Ferne steht die weithin sichtbare Raiffeisenbrücke. So früh am Sonntagmorgen ist die Rheinuferpromenade noch ziemlich leer.

Die Deichmauer wird restauriert und ist für Besucher abgesperrt.

Ich folge der Marktstrasse bis zur Marktkirche. Diese wurde durch das alljährliche Hochwasser des Rheines immer wieder beschädigt. Erst mit dem Deichbau im Jahre 1931 kam ein Ende der Wasserschäden (Wikipedia).

Neben dem Neuwieder Schloss findet man das Schlosstheater. Im Jahre 1799 erbaut diente es ab 1840 als Privat- und Residenztheater. Heute befindet sich hier der Sitz dder Landesbühne Rheinland-Pfalz (Wikipedia). Vor dem Schlosstheater hat ein Künstler aus Japan im Rahmen des „Worldstreetpainting“ ein Kunstwerk hinterlassen.

Kanonen stehen am Eingang zum Schloss der Fürsten zu Wied. Die Familie zu Wied hat heute ihren Wohnsitz und Verwaltungsgebäude im Schloss. Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich (Infotafel).

Das erste Schloss wurde 1694 im Pfälzischen Erbfolgekrieg in Brand gesteckt und zerstört. 1706 wurde der Bau des heutigen Schlosses der Fürsten zu Wied begonnen und in den Jahren 1748/56 fertig gestellt (Wikipedia)

Die linke Tafel erzählt die Geshichte der Stadt Neuwied und die rechte Tafel die Geschte der Fürstenfamilie zu Wied und des Schlosses.

Direkt neben dem Schloss steht das Deichinformationszentrum. Die Tafeln und Bilder veranschaulichen was passiert wenn kein Deich die Stadt schützt.

Blick von der Deichmauer auf die noch leeren Bänke des Biergartens.

Bei meiner Wanderung im Juni 2019 bin ich bis hierher gewandert und dann die Strecke zurück nach Weissenthurm gegangen.

An diesem Sonntag setzte ich meine Erkundungen fort und gehe am Biegarten vorbei und in den Schlosspark hinein.

Der Schlosspark ist 24 Hektar gross und reicht bis zur Wiedmündung. Im 18.Jahrhundert wurde dieser im Stil der englischen Landschaftsgarten angelegt (Wikipedia). Der Park ist frei zugänglich.

Um die Wied zu überqueren folgt man dem Radweg hinauf zur Einbahnbrücke.

Kurz vor Irlich, einem Stadtteil von Neuwied, mündet die Wied in den Rhein.

Die Feuerwehr räumt ihre Bänke und Stühle weg. Am Samstagabend war hier wohl viel los

Von nun an folge ich dem Zuweg zum Rheinsteig. Der Deichstadtweg begleited mich shon seit dem Pegelturm. Eine Übersicht des Weges mit seinen Stationen kann man auf deichstadtweg.de und auf ich-geh-wandern.de finden.

Sobald ich Irlich verlasse wechsele ich auf einen weichen Wiesenweg. Das Gras ist noch nass vom Regen am Tag vorher und es riecht nach feuchter Erde.

Manche Felder sind abgeerntet und die Hagebutten hängen am Busch: der Herbst ist nicht mehr weit weg.

Vor mir und hinter der Kreisstrasse beginnt der Naturpark-Rhein-Westerwald.

Der Weg geht leicht bergan und ein Blick zurück zeigt wie Neuwied im Tal verschwindet.

Auf dem Fliegerberg versuchen die beiden mit ihrem Drachenflieger abzuheben und ins Tal zu gleiten. Nur im Moment weht auch nicht das geringste Lüftchen.

Auf der Höhe angekommen biege ich nach rechts ab und folge dem Limes-Wanderweg nach Rodenbach.

Die Strecke führt erst am Ortsrand vorbei und dann quer durch den Ort zum Buchbach.

Der Radweg klebt eng an der Niederbieberer Strasse bis in Tal zur Wied.

Ein Fliesengeschäft zeigt dieses Bild in ihrem Schaufenster…ohne Worte!

An den zugewachsen Gleisen treffe ich auf den Wiedweg.

Der Wiedweg ist etwa 110 Kilometer lang, beginnt an der Quelle bei Linden und endet bei Neuwied an der Mündung in den Rhein. Die Etappen des Wanderweges findet man auf wiedtal.de

Zeitweise verlaufen der Wiedweg und der Wied-Radweg auf der gleichen Strasse. Eventuell geht es von der Wied weg und bergauf um eine Blechfabrik zu umgehen.

Es folgt eine ruhige Strecke am Ortsrand von Irlich vorbei.

Unverhofft kommt man zu diesem Rastplatz an einem Weingut. Dies ist eine gute Gelegenheit für eine ausgedehnte Pause,

Am Rande des Feldes steht eine Infotafel die über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Weinbau informiert.

Gleich hinter der Infotafel biegt der Wiedweg scharf nach links auf einen kaum sichtbaren schmalen Pfad ab.

Im Hammergraben verläuft der Wanderweg über weichen Waldboden an der Wied entlang.

Nach der Strecke durch den Wald erreiche ich bald den Ort Irlich.

Hier muss ich mich entscheiden ob ich auf dem Rückweg wieder durch den Schlosspark laufen möchte oder an der B42 entlang nach Neuwied gelange. Ich entscheide mich für die ruhigere Strecke durch den Park.

… es geht unter der Unterführung hindurch und ich bin wieder am Rhein

Ich bin nun wieder an der Mündung der Wied in den Rhein und hier endet der Wiedweg. Die Infotafel zeigt den Verlauf und die Etappen des Wanderweges.

Die Infotafel erzählt von dem Hochwasserschutz am Unterlauf der Wied. Ausserdem kann man nachlesen das der gesamte Lauf der Wied von der Quelle bis zur Mündung 102 Kilometer ist obwohl die Quelle nur 50 Kilometer von der Mündung entfernt ist.

… der Rückweg führt wieder über die Eisenbahnbrücke.

Viele Radfahrer und Spaziergänger sind auf dem Weg am Rhein entlang unterwegs. Doch auf dem Parallelweg oberhalb bin ich fast alleine.

Noch schnell einen Blick auf den Rhein werfen ehe es durch die Stadt zurück zum Bahnhof geht.

Der Biergarten und der Strand daneben sind nun voll mit Besuchern.

Die Skulptur des Mannes mit der Karre im Vordergrund erinnert an die „Schärjer“, Hafenarbeiter die die Schiffe am Rheinufer mit Bimssteinen beluden. Das ‚Alte Zollhaus‘ im Hintergrund diente einst als gräfliches Salzlager und später als preussisches Hauptzollamt (Infoblatt).

Ich schlendere durch die Mittelstrasse wo rechts und links die Gäste vor Eiscafés ihr grosses Eis oder eine Kaffee geniessen.

Linus von den Peanuts grüsst von einer Hauswand.

Auch auf dem Luisenplatz sieht man Bilder die im Rahmen des „Worldstreetpainting“ entstanden sind. Dieses Kunstwerk stammt von einer Künstlerin aus den USA.

Am Moltkeplatz steht das 1906 erbaute Kreisständehaus. Heute ist hier die Kreisverwaltung des Landkreises Neuwied zu finden (Infoblatt).

Der grosse Busbahnhof ist zu dieser Stunde leer. Direkt dahinter ist der Neuwieder Bahnhof.

Die Verbindung von Neuwied nach Koblenz ist sehr gut und so kommt auch bald eine Bahn und ich mache auf den Heimweg.

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