Rund um Erbach und Michelstadt im Odenwald, 22 Mai 2022

  • Start: Erbach, Bahnhof
  • Länge: 15,8km
  • Markierung: keine durchgehende
  • GPS Track: Link zu GPS-Tour.info
  • Aufgezeichnete Tracks sind Momentaufnahmen da Gegebenheiten vor Ort sich ändern können

Trip summary

Die Anreise nach Erbach im Odenwald mit der Bahn dauert über zwei-einhalb Stunden. Es ist also schon spät als ich ankomme und meine Wanderung beginne.

Gleich gegenüber vom Bahnhof sieht man den Turm der Evangelischen Kirche und die Altstadt von Erbach. Eine Treppe führt hinunter an einem kleinen Park vorbei zum Hintereingang des ‚Handwerkerhofes‘. Eine Drechslerstube zeigt weihnachtliche Schnitzereien, von Schwibbogen bis Krippen, in den Schaufenstern.

…im Handwerkerhof

Nachdem man das Tor des Handwerkerhofes durschreitet steht man hinterm Schloss und im Schlossgraben. Viele schöne Fachwerkhäuser säumen die Strasse.

Das Tor steht offen und ich schau mich im Schlosshof der Grafen zu Erbach um. Vor mir ragt der 67 Meter hohe Bergfried der so um 1200 erbaut wurde.

Rechts und links vom Bergfried sind eine Reihe von Nebengebäuden zu sehen. Das zweigeschossige Haus enthielt einst die Stallungen.

… das zum Markt hingewandte Hauptgebäude

Zu den Nebengbäuden gehören auch der Kanzelbau (ehemals das Kornhaus, 1540) und der Damenbau (wikipedia).

Das Hauptgebäude des Schlosses von der Marktseite aus gesehen.

Der ‚kleine Bubb‘ zeigt den Besuchern den Weg zum Lustgarten.

Orangerie am Lustgarten

Der Lustgarten in Erbach wurde 1989 im Stil des Barockgartens von 1722 neu angelegt. Eine Bürgerinitiative erreichte 1970 das die Orangerie erhalten blieb und nicht einem Hotel weichen musste (nibelungenland.net).

Die Touristik-Information am Mümling ist offen und man findet dort eine unglaubliche Auswahl an Prospekten von Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

So viele Wanderwege des Odenwaldklub kommen hier vorbei. Beschreibungen der Wege und GPX Dateien findet man auf odenwaldklub.de.

Altes Rathaus, 1545, Früher befand sich hier auch das Gefängnis, der Tortourstein und der Pranger. Vor dem Rathaus steht die Bronzestatue des Erbacher Originals Adam Fleckenstein, der Bote des Wildbrethändlers (Info-Blatt).

Nachdem man durch das Tor des ‚Alten Rathauses‘ geht erreicht man das „Städtel“. Dies ist der mittelalterliche Ortsteil von Erbach. Gleich links sieht man das ‚Städtelbäckerhaus‘, erbaut um 1750 (Info-Blatt).

Das ‚Tempelhaus‘ gehörte zu den Häusern der Burgmannen. Untersuchungen lassen ein Baujahr so um 1378 vermuten (wikipedia)

Ich verlasse die Altstadt und beginne meine Wanderung. Es ist schon spät und es wird schon richtig warm. Am „Gänsegretelbrunnen“ erzählt ein Gedicht (um 1825) von fünf Burschen die sich um die junge Dame bemühten. Am Ende blieb die Gretel bei ihren Gänsen und die Burschen versöhnten sich wieder (Info-Tafel).

Der Radweg folgt dem Mümling aus Erbach hinaus.

Das Landratsamt des Odenwaldkreises – erbaut 1902/04

Die Häuser sind schon sehr imposant.

Die Strecke folgt nun der Strasse um den Sportpark herum.

Der Erbach läuft nebenher. Das ‚N‘ markiert den Nibelungensteig. Der Wanderweg ist 130 Kilometer lang, beginnt in Zwingenberg an der Bergstrasse und endet in Freudenberg am Main. Mehr Info kann man auf nibelungensteig.de finden.

…der Geo-Naturpark informiert auf seinen Info-Tafeln über 500 Millionen Jahre Erdgeschichte

Die Metzgerei ist natürlich geschlossen.

Neben dem Haus geht es nun bergauf und am Waldesrand entlang.

Die Aussichten über Erbach und in den Odenwald werden immer schöner.

Ausblick auf Erbach im Odenwald

Der Weg verläuft immer noch am Waldrand entlang und erlaubt immer wieder weite Blicke in die Landschft hinein.

Die Hummel freut sich über den süssen Nektar.

Unverhofft biegt die Strecke ab und besucht die Heilig-Kreuz-Kapelle am Kiliansfloss. Laut den Akten im Hessischen Staatsarchiv wurde die Kapelle 1502 errichtet. Im Jahre 1938 wurden die mittelalterlichen Grundmauern der Kirche entdeckt und wieder sichtbar gemacht (Info-Tafel).

..die Grundmauern der Heilig-Kreuz -Kapelle

An der Kiliansquelle kann man alte Wasserleitungen aus Holz bewundern.

Schmale Pfade münden eventuell in einen breiten Waldweg. Hier sind unglaublich viele Moutainbiker unterwegs. Da heisst es wachsam bleiben.

Im Tal liegt Michelstadt vor mir. Der Pfad biegt mitten im Hang scharf nach links ab und es geht wieder in den Wald hinein.

Immer wieder sieht man die Info-Tafeln des Geo-Parks. Hier wird die Entstehung einer Böschung erklärt.

Auf diesem Teil der Strecke werden Radfahrer und Wanderer auf unterschiedlichen Pfaden durch den Wald geleitet. Das hilft beiden einen Unfall zu vermeiden.

Am Ortseingang von Michelstadt sieht man einen Felsenkeller, erbaut 1831

…“der Schrei“ von Munch in einen Stein gemeisselt…

… die Altstadt von Michelstadt liegt vor mir

Hier am Lindenplatz hielt man einst das „Zehntgericht “ auch „Halsgericht“ genannt. Die letzte Hinrichtung durch Schwert fand hier wahrscheinlich 1756 statt (Info-Tafel).

Auch in den Seitengassen findet man den mittelalterlichen Scharm der Stadt

Die heutige evangelische Stadtkirche geht auf 1461 zurück. Im Innereren der Kirche findet man man zahlreiche Grabdenkmäler. Bis in die jüngste Zeit wurden hier Angehörige des Grafenhauses beigesetzt (michelstadt.de).

Michelstädter Rathaus

Das Michelstädter Rathaus wurde 1484 errichtet und das war acht Jahre vor der Entdeckung von Amerika. Unten, im offenen Teil, wurde Markt gehalten und im ersten Stock im Ratssaal wurden wichtige Entscheidungen getroffen. Heute kann man sich hier trauen lassen (michelstadt.de).

Schräg gegenüber vom Rathaus sieht man den „Diebsturm“. Er wurde um 950 n. Chr. erbaut und diente seit 1312 als Gefängnis (michelstadt.de).

Hinter dem ‚Diebsturm‘ ist ein kleiner Park mit vielen Ruhebänken. Ich suche mir einen Platz im Schatten und mache eine lange Pause. Danach geht es über eine kleine Brücke zur „Kellerei“.

Kellerei Michelstadt

Heute würde man den Namen „Kellerei“ als Finanzamt übersetzen. Hier wurden die Naturalabgaben eingekellert. Nach 1532 dienten die Gebäude als Residenz der Grafen zu Erbach und später als Verwaltungssitz (michelstadt.de).

Auch auf dem Weg aus der Stadt heraus sieht man noch schöne Fachwerkhäuser.

„Alte Münze“ – die Münzstätte wurde 1541 von den Grafen zu Erbach erbaut. Später, von 1885 bis 1968 diente das Gebäude als städtisches Krankenhaus (Info-Tafel).

Weiter geht es auf der Wanderstrecke aus der Stadt hinaus. Steil geht der Weg nach oben und bald hat man eine tolle Aussicht auf Michelstadt und den Odenwald.

Blick zurück auf Michelstadt

Auf der Adalbertshöhe angekommen, passiert man eine schöne Bankgruppe unter Bäumen. Rundum erstrecken sich weite Felder und Wälder.

Eine Weile verläuft die Strecke hoch oben über den Rücken des Berges. Der leichte Wind ist kühl ind tut gut.

Immer wieder sieht man wie kleine Flugzeuge zum Michelstädter Flugplatz fliegen.

…das Michelstädter Winter- und Sommerquartier für Fledermäuse

Nach dem Fledermausqmuartier biegt die Strecke ab und über Feldwege geht es zurück zum Wald.

Die Ausblicke gehen weit in den Odenwald hinein.

Die Kühle im Wald ist angenehm.

Dies scheint ein Restaurant zu sein, dauernd kommen und gehen Besucher

Eine ganze Weile geht es nun durch den Wald auf ganz weichen Waldwegen. Es ist ruhig hier, keine Radfahrer oder Wanderer, nur Vögel die zwitschern.

Mitten im Wald stösst man dann auf den Sophientempel auf der Sophienhöhe. Der Tempel wurde zu Ehren der Frau des Grafen zu Erbach erbaut und 1844 eingeweiht (odenwald-aktuell.com).

Von hier oben blickt man auf Erbach im Tal.

Eigentlich hatte ich noch weiter vier Kilometer Wanderstrecke geplant. Jedoch meine Socken qualmen und die Nächste Bahn in Richtung Frankfurt fährt bald. Also beende ich meine Wanderung und folge der Strasse und dem roten Dreieck des Odenwaldklubs bis zum Bahnhof.

Bahnhof Erbach

In zwei Minuten fährt die nächste Bahn nach Frankfurt. Sie steht schon auf den Gleisen und wartet. Ich laufe die letzten hundert Meter und erreiche die Bahn in letzter Sekunde. Wieder mal geschafft und auf gehts nach Hause.

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