Von Wetzlar nach Albshausen ueber Kloster Altenberg, 6 April 2025

  • Start: Wetzlar, Bahnhof
  • Länge: 13,5km
  • Markierung: keine durchgehende
  • GPS Track: Link zu GPS-Tour.info
  • Aufgezeichnete Tracks sind Momentaufnahmen da Gegebenheiten vor Ort sich ändern können

Trip Summary

Der Zug von Limburg nach Fulda fährt wieder und ich möchte einen Stadtrundgang durch Gießen machen. Doch in Wetzlar kommt die Durchsage das wegen eines Unfalls auf der Strecke es nun nicht weiter geht. Also starte ich meine heutige Wanderung in Wetzlar und laufe in Richtung Solms.

Der Busbahnhof und die Innenstadt sind menschenleer. Der Wind bläst eisig kalt durch die Straßen und ich bin am Überlegen ob ich einfach nach Hause fahren soll.

Nun gehe ich erst mal zur Altstadt. Die Bahnhofstraße führt zur Brückenstraße und der Hausentorbrücke.

Von der Brücke aus kann man weit ins Lahntal schauen.

Der springende Hirsch ist ein erinnert an das bis 1877 in Wetzlar stationierte Rheinische Jägerbataillon. 1923 erschuf der aus Frankfurt stammende Bildhauer Professor Fritz Klimsch das Denkmal mit dem Wappen des Batallions als Vorbild (wetzlar.de)

1842 versuchte der Bergwerksbesitzer Allenröder hier Eisenerz abzubauen. Aber anscheinend lohnte es sich nicht denn der Stollen lag brach bis 1944. Auf Befehl der Reichsregierung wurden Kriegsproduktionstätten in den erweiterten Stollen verlegt (Infotafel).

Nach 1921 ließ Ernst Leitz II hier Teile für Mikroskope herstellen sowie Projektoren und Epidiaskope. Der Versand befand sich ebenfalls in dem Gebäude. Seit dem Ende der 1990er Jahre wurde das Gebäude nicht mehr von der Firma Leitz genutzt (wetzlar.de)

Das Aldefeldsche Haus an der Hausertorstraße

Von 1933 bis 1945 nutzte die Gestapo unter anderen Orten auch das Aldefeldsche Haus für Verhöre und Verhaftungen. 1943 wurde Elsie Kühn-Leitz wegen „übertriebener Humanität“ gegenüber Ostarbeiterinnen und der Flucht einer Jüdin verhaftet und hier verhört. Sie kam gegen eine Zahlung eines hohen Betrages frei (Infotafel).

Nun geht es gemächlich bergauf. An der Wollbachertorstraße biegt man ab und folgt der Treppe hinauf.

Rechts vom Weg liegt das „Rosengärtchen “ mit der Freilichtbühne in der Mitte. Von 1757 – 1881 befand sich ein Friedhof. Hier wurde Karl Wilhelm Jerusalem nach seinem Freitod beerdigt. Er war das Vorbild für das tragische Ende von Goethes Werther (wetzlar.de).

Der Wetzlarer Dom präsentiert sich in zwei Hälften. die rechte verputze Sete und die linke unvollständige Seite. Im 15. Jahrhundert geriet die Stadt in finanzielle Schwierigkeiten und die Bauarbeiten wurden eingestellt (wetzlar.de).

Die Hauptwache, ein Restaurant am Domplatz, wurde 1861 errichtet. Während der preußischen Zeit von
1862 bis 1877 diente das Gebäude dem 8. Rheinischen Jägerbataillon als
Wachstation (wetzlar.de).

Am Domplatz findet man auch die Tourist Information von Wetzlar. In dem Gebäude befand sich ehemals ein Kaufhaus. Auch an einem Sonntag kann man hier interessante Broschüren in der Auslage ergattern.

Schöne Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert säumen den Weg.

Die kleinen Boutiquen, Fachgeschäfte, Cafés und Restaurants sind an diesem Sonntagmorgen alle geschlossen.

Um eine offene Bäckerei zu finden folge ich den schmalen Gassen nach unten zur Lahn.

Es sind nur vereinzelt Leute in der Altstadt unterwegs.

Die Eisdiele macht den Laden bereit für Besucher .

Nun geht es über die Alte Lahnbrücke zur Hospitalkirche.

Der Frühling ist an der Lahn angekommen.

Blick von der Brücke zur Lahninsel.

In der Nähe der Hospitalkirche finde ich tatsächlich eine offene Bäckerei. An der Lahnbrücke stehen einige Bänke in der Sonne. Dies ist ein schöner Platz um eine kleine Pause einzulegen. Hier unten an der Lahn kommt der kalte Wind nicht an und ich entschließe mich weiter in Richtung Solms zu laufen.

Die Alte Lahnbrücke wurde erstmals 1288 erwähnt und war Teil des mittelalterlichen Handelsweges von Frankfurt nach Köln (wetzler.de).

Nun geht es weiter an der Lahn entlang.

Unter der Brücke des Karl-Kellner-Ringes sieht man dieses schöne Wandmalerei.

Hier blüht schon eine Magnolie.

An der Bachweide führt eine kleine Brücke hinüber zur Lahninsel und dem Stadion von Wetzlar.

Laut der Info-Tafel wurde das „Ochsenfest“ im Jahre 1933 vom NS-Staat zu einer Propaganda Veranstaltung umgestaltet.

Ein Radweg führt an einem Wohnmobil-Stellpatz vorbei und biegt dann ab und geht entgegengesetzt zurück zu einer kleinen Brücke. Am Ende dieser kleinen Landzunge mündet die Dill in die Lahn.

Von nun an begleitet mich die Bergmannsroute.

Diese Brücke führt über die Dill und der Radweg führt weiter nach Dahlheim oder zurück nach Wetzlar.

Die Bergmannsroute ist ein 26 Kilometer langer Streckenwanderweg von Wetzlar nach Braunfels. Über der LahnWanderWeg kann man über 13 Kilometer von Braunfels zurück nach Wetzlar wandern (Info-Tafel).

Gleich hinter der kleinen Brücke biegt die Bergmannsroute auf einen schmalen Pfad ab.

Der Pfad führt durch ruhige und idyllische Wäldchen erst an der Dill und dann an der Lahn entlang.

Ab und zu kommt man an einem schonen Rastplatz an der Lahn vorbei.

Ein Blick zurück in Richtung Wetzlar und man sieht den Kalsmunt mit seinem Turm.

Der Weg führt nun um den Wasserski- und Motorboot- Club herum und dann unter der Eisenbahnbrücke hindurch..

Die stählerne Eisenbahnbrücke wurde im späten 19. Jahrhundert genutzt um Eisenerze von den Bergwerken zu den Hütten an der Lahn zu bringen. Nachdem die Lahn Mitte des 19. Jahrhunderts schiffbar gemacht wurde, war die Bahn größtenteils obsolete. Heute wird die Strecke von der Lahntalbahn befahren (Info-Tafel).

Die Bergmannsroute verlässt die Lahn und führt nach Dahlheim.

Am Ortsrand geht es nun stetig den Berg hinauf.

Unterhalb der kleinen Brück fielst der Verkehr der B49.

Am Ende vom Wiesenweg sieht man schon den Wegweiser der Bergmannsroute.

Nun geht es unterhalb vom Ortsrand am Hang entlang mit einer großartigen Weitsicht nach Braunfels hinüber.

Am Ende vom Ort biegt man nach links ab und …

… es geht viele Kilometer lang durch offene Landschaft und kleine Wälder.

Die Schutzhütte liegt einsam im Wald und lädt zu einer Pause ein. Aber ich laufe weiter zum Kloster..

Von nun an geht es wieder bergauf und sobald man denkt man ist oben angekommen dann geht es doch nochmals bergauf.

Auf der Höhe hat man wieder eine super Weitsicht. Man sieht sogar die Türme des Schlosses Braunfels.

Hier trifft man auf den „Elisabethpfad“. Einer der drei Pilgerpfade führt von Frankfurt über Wetzlar nach Marburg (elisabethpfad.de).

Der Schotterweg führt hinunter zum Kloster Altenberg.

Der Eingang zum Kloster liegt nun vor mir. Zahlreiche Wirtschaftsgebäude aus dem 17. Jahrhundert umgeben das Kloster.

Um 1170 wurde das Prämonstratenserinnenkloster gegründet (klosterkirche-altenberg.de)

Rund um die Klosterkirche findet man verschiedene Wohn- und Wirtschaftsgebäude wie das Schäferhaus, eine Bruchsteinscheune und eine alte Schmiede.

Von der Terrasse aus hat man einen großartigen Weitblick in beide Richtungen des Lahntals.

Die Kirche und die Konventsgebäude stammen aus dem 13. Jahrhundert und sind noch erhalten.

Bis 2010 lebten Diakonissen hier und danach versuchte eine evangelische geistliche Gemeinschaft hier das Klosterleben zu erhalten. Seit August 2023 steht die Anlage leer und ein Förderverein bemüht sich Nachfolger zu finden (Wikipedia).

Der Klostergarten sieht ziemlich aufgeräumt aus.

Die Bänke stehen in der Sonne und ich finde ein Eckchen wo der kalte Wind nicht ankommt. Hier lege ich nun eine lange Pause ein und genieße die Ruhe und die Aussicht.

Blick von der Terrasse zum Schloss Braunfels hinüber.

Der Blick in die entgegengesetzte Richtung geht übers Lahntal nach Wetzlar hinüber.

Nun ist es an der Zeit weiter zu gehen. Vor den Toren des Klosters führt die Bergmannsroute weiter zur Grube Fortuna, aber ich verlasse den Wanderweg und gehe hinunter ins Tal.

Die Altenberger Straße ist nicht sehr befahren und nur ab und zu kommt ein Auto vorbei.

Früher nutze man viele Drahtseilbahnen um die abgebauten Erze von den Gruben ins Tal zu bringen. Die erste Drahtseilbahn begann von 1880 das Eisenerz von der Grube Fortuna zur Georgshütte in Burgsolms zu befördern. Da war eine Strecke von über dreieinhalb Kilometern (Infotafel).

Ich folge der Altenberger Straße am Gewerbegebiet vorbei nach Oberbiel.

Der Lahntalradweg ist 245 Kilometer lang und kommt auch hier vorbei. Der Radweg beginnt an der Lahnquelle bei Netphen und endet bei der Mündung in den Rhein bei Lahnstein (Infotafel und daslahntal.de).

Ein Fisch liegt auf dem trockenen Land..

Nun geht es eine kurze Strecke durch Oberbiel hindurch und dann biegt man ab um an die Lahn zu gelangen

Die Unterführung bringt einen auf die andere Seite der B49.

Dann folgen drei kleine Brückchen die über die Lahn und am Wasserkraftwerk Oberbiel vorbei gehen.

Die ruhige Lahn spiegelt den blauen Himmel.

Laut forum-fischschutz.de: „Die Wasserkraftanlage Oberbiel hat eine installierte Leistung von  750 kW. 2015 wurden die drei bestehenden Francis-Turbinen durch zwei doppelt geregelte Kaplan-Turbinen ersetzt“

Auf dem Schornstein hat ein Storchenpaar sein Nest gebaut.

 Die Schleuse wurde 1843-1848 von der preußischen Verwaltung errichtet. Sie ist aus technikgeschichtlichen Gründen Kulturdenkmal (industriekultur-mittelhessen.de).

Nun geht es auf dem Radweg nach Albshausen.

Hier kurz vor dem Bahnhof kommt mir schon die Bahn entgegen. Die gute Nachricht ist das nach dem Unfall von heute Morgen der Bahnverkehr wieder läuft. Die schlechte Nachricht ist das ich nun eine Stunde warten werde bis die nächste Bahn kommt.

Am Bahnhof ist natürlich niemand zu sehen. Ich mache es mir im Schatten auf der Bank gemütlich und als die nächste Bahn pünktlich ankommt geht es zurück nach Hause.

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