Mainzer Rundgang: Kupferbergterrasse – Stadtpark – Weihnachtsmarkt, 10 Dezember 2023

  • Start: Mainz, Hauptbahnhof
  • Länge: 11,7km
  • Markierung: keine durchgehende
  • GPS Track: Link zu GPS-Tour.info
  • Aufgezeichnete Tracks sind Momentaufnahmen da Gegebenheiten vor Ort sich ändern können

Trip Summary

Die winterliche Einlage des Wetters von letzter Woche ist vorbei. An diesem Wochenende werde ich ein wenig Adventsstimmung in Mainz genießen. Laut mainz.de kann man einige Weihnachtsmärkte in der Stadt besuchen.

Zuerst mache ich eine kleine Wanderung in Richtung Hechtsheim und komme dann am Rhein entlang zurück in die Stadt. Über Umwege gelange ich zur Alicenstraße die dann zur Bastion Alexander führt.

Die Bastion Alexander (auch Bastei genannt) wurde 1668/73 im Zuge der Umwallung von Mainz erbaut und wurde nach Papst Alexander VII benannt. Oben über den Mauern sieht man die 1913/14 erbauten Villen (festung-mainz.de).

In einer der Villen findet man die ‚Villa Musica‘ deren Stiftungszweck die Förderung junger Musiker ist und wo man Konzerte besuchen kann (villamusica.de).

Gegenüber von der Bastion Alexander sieht man den Alexander Turm der zur mittelalterlichen Stadtmauer gehörte und auf römischen Fundamenten ruht (festung-mainz.de).

Direkt nebenan findet man die Kupferbergterrasse. Die Glastür des Restaurants lässt mich hindurch gehen zur Terrassenstraße. Dort kann man die beeindruckende Fassade der Kupferberg Sektkellerei sehen. 1888 wurde unter dem Haupthaus der tiefste Sektkeller der Welt errichtet (mainz-tourismus.de).

Ich folge der Terrassenstraße unterhalb der Kupferbergterrasse

Die Reiterstatue stellt St. Martin dar. Er ist der Schutzpatron des Domes und der Stadt Mainz und wurde von Franz Ignaz Michael Neumann, Sohn von Balthasar Neumann, geschaffen (Wikipedia).

Eine schmale Treppe führt nach oben zur Kupferbergterrasse, ein beliebter Aussichtspunkt von Mainz.

Man kann unter den Torbogen hindurch gehen und über Mainz und weit in den Taunus schauen.

Auf dem Areal der Kupferbergterrasse wurde eine große und exklusive Wohnanlage gebaut.

Während der Bauarbeiten in 1985 wurden Reste eines spätrömischen Stadttores gefunden. Laut Infotafel wurde das im Jahre 13 v. Chr. erbaute Legionslager im 4. Jahrhundert aufgegeben und eine Stadtmauer wurde errichtet. Dieses Tor ist das späteste römische Stadttor in Deutschland.

Die Rekonstruktionszeichnung zeigt wie das römische Tor wahrscheinlich aussah.

Der Bauherr der neuen Wohnanlage ließ die Straße kreisförmig bauen um das römische Stadttor zu erhalten (Infotafel).

Die Siedlung am Fichteplatz (1925/28) ist eine Denkmalzone im Ortsbezirk Mainz-Oberstadt (Wikipedia).

Die Wohnungen an der Pariser Straße gehören ebenfalls zur ’städtebaulich bedeutsamen Denkmalzone‘ und haben besonders schöne Säulen am Eingang (Wikipedia).

Um die Verbundenheit zwischen Mainz und Paris zu zeigen hat die Mainzer Firma Schott zwei gläserne Wegweiser auf der Verkehrsinsel an der Pariser Straße angebracht: in die eine Richtung geht es nach Mainz und in der anderen nach Paris (547 Kilometer) (innovations-report.de).

In den Kleingärten singen die Vögel nach Herzenslust. Kein Wunder — die Sonne wärmt uns alle.

Weiter geht es an Kleingartenanlagen und der Gustav-Stresemann-Wirtschaftsschule vorbei.

Es folgt eine kurze Strecke durch ein Gewerbegebiet und einem Neubaugebiet vorbei.

Am Fort Heiligkreuz entsteht ein neues Wohnviertel. Wie andere Forts wurde auch das Fort Heiligkreuz im Rahmen des Versailler Vertrages 1930 gesprengt. Ein Bild vom Grundriss der ehemaligen Festung findet man auf fortheiligkreuz.de.

Am Rosengarten (ebenfalls eine Denkmalzone) steht eine schöne Villa neben der anderen. Diese Gegend war einst die bevorzugte Gegend des Mainzer Großbürgertums. Die Villen mit großen Gärten wurden von 1909 bis 1921 für französische Offiziersfamilien erbaut. (Wikipedia).

Rechts vom Weg sieht man nun den Weisenauer Volkspark und links liegt der Stadtpark von Mainz. Der 14 Hektar große Volkspark entstand auf dem Gelände des zerstörten Fort Weisenau. Nach der Sprengung des 1825 erbauten Forts im Jahre 1921, nutzten die französischen Besatzer das Gelände für militärische Übungen. Erst nach 1935 entstand hier der heutige Volkspark (festung-mainz.de).

Der „Rheinauenweg“ und der „Mainwanderweg“ laufen hier entlang und werden vom Odenwaldclub betreut. Der Rheinauenweg ist 183 km lang und führt von Mainz über Mannheim nach Karlsruhe. Der Mainwanderweg führt von Mainz über Seligenstadt nach Kreuzwertheim und ist 110 km lang.

Ich biege nach links ab und folge dem Weg in den Stadtpark hinein. Gleich am Anfang des Parks steht das Vogelhaus. Der Mainzer Zoo unterhält dieses Vogelhaus und hier leben etwa 100 Vögel die 10 verschiedenen Arten angehören (mainz.de).

Der Rhein und die Türme der Südbrücke

Die Südbrücke ist eine Eisenbahnbrücke die Rheinland-Pfalz mit Hessen verbindet. Die beiden Türme wurden, wie auch die Brücke, 1862 gebaut (Wikipedia). Etwas oberhalb der Brücke mündet der Main in den Rhein.

Der RheinTerrassenWeg hat hier schon eine weite Strecke hinter sich. Der Wanderweg beginnt in Worms und endet hier in Mainz an Bahnhof „Römisches Theater“.

Große Rasenflächen und ein alter Baumbestand laden die Besucher zum Spaziergang ein. Um 1700 ließ Kurfürst Lothar Franz von Schönborn auf diesem Gelände seine Sommerresidenz „Favorite“ mit Parkanlage erbauen. Diese wurde in Kriegsjahren 1792/93 zerstört und zerfiel. 1803 wurden auf diesem Gelände der Räuberhauptmann Schinderhannes (Johannes Bückler) und 19 Bandenmitglieder hingerichtet (mainz.de). 

Der heute Stadtpark entstand 1819/1820 im Stil der englischen Landschaftsgärten (mainz.de). Viele Bänke und Steinskulpturen (hier steht Herkules) säumen den Weg.

… an dieser Skulptur biege ich nach rechts ab und gelange zum Flamingoweiher.

Der Flamingoweiher ist auch eine Anlage des Mainzer Zoo’s. Im Winter werden die Tiere in einem speziellen Winterquartier im Vogelhaus untergebracht.

Am Ende vom Park steht diese Denkmal das an das Bundesschiessen 1894 in Mainz erinnert. Damals fanden diese Wettkämpfe alle drei Jahre statt. Man hatte im Stadtpark 145 Schießstände für die rund 2.800 Schützen aus vier Nationen errichtet (denkmalschutz.de).

Ich unterquere die Eisenbahnstrecke, folge dann der Rheinstraße und an der Malakoffterrasse biege ich ab um zum Rheinufer zu gelangen.

Der Rheinpegel steigt immer noch und manche Treppen stehen schon unter Wasser.

Fort Malakoff und eine dicke Mauer am Rhein entlang (mit ehemals zwölf Toren) gehörten zur Stadtbefestigung von Mainz die im 19. Jahrhundert errichtet wurde (festung-mainz.de).

Der „Holzturm“ war Anfang des 19. Jahrhunderts eines von den zwölf Toren in der dicken Mauer am Rhein entlang. Diese Tore ließen Fußgänger und Wagen passieren (festung-mainz.de).

Nun folge ich den vielen Besuchern in Richtung Mainzer Dom und Weihnachtsmarkt.

Von 1260 bis 1802 hatte der Bettelorden der Augustiner-Eremiten hier ein Konvent und ein Kloster. Die Kirche wurde 1768/72 erbaut. Diese blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt (mainz.de)

In einer Querstraße zur Augustinerstraße findet man diese Fachwerkhäuser: Am Kirchgarten. Das Haus „Zum Aschaffenberg“ wurde um 1450 erbaut und ist das älteste Fachwerkgebäude in Mainz (regionalgeschichte.net).

In der Leichhofstraße sind weitere Fachwerkhäuser aneinander gereiht.

Der Name Leichhof für den Platz mit dem Brunnen hinter dem Dom kommt von dem Friedhof der sich hier im 12.Jahrhundert befand (Wikipedia). Der Dom ragt wie ein Berg über die Häuser.

Direkt am Höfchen (Hauptzugang zum Markt) steht die Weihnachtspyramide. Es scheint als ob sich alle Besucher des Weihnachtsmarktes von Mainz hier verabredet haben. Man kommt nur vorwärts indem man dem sich vom Strom der Menschen treiben lässt.

Na, wer hat sich denn hier auf die Weihnachtspyramide gewagt? Es ist natürlich ein Mainzelmännchen.

Bis zur Krippe am Dom schaffe ich es nicht, der Andrang ist zu groß. Aber es gibt auch so viel zu sehen. Alle Stände haben eine schöne Auswahl von handgemachtem Spielzeug und vielen Geschenkideen.

Auf dem Sims am Fenster über dem Reisebüro schauen Eltern und Kinder (Statuen) auf das Treiben in den Straßen.

Vom ehemaligen „Druckhaus“ ist nur noch der Treppenturm von 1584 erhalten. Der Überlieferung nach sollen Fust und Gutenberg hier die erste Bibel gedruckt haben (Infotafel).

St Quintin (erstmals 774 erwähnt) – diese Kirche entstand zwischen 1288 und 1330 und steht auf den Fundamenten einer gotischen Hallenkirche (mainz.de).

Ziemlich einsam steht das Gutenbergdenkmal auf dem Gutenbergplatz. Die überlebensgroßes Bronzestatue von Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdruckes, wurde 1837 mit einem drei-tägigen Fest eingeweiht (mainz.de)

Es wird spät und ich mache mich auf den Weg zum Hauptbahnhof. Am Schillerplatz steht dieser „Gardetrommler“. Er ist ein Geschenk an die Stadt zum 111. Geburtstag in 1994 der Prinzengarde Mainz.

Der Osteiner Hof am Schillerplatz wurde 1750 erbaut und diente der Familie Ostein 50 Jahre als Wohnsitz. Danach wurde das Gebäude militärisch genutzt. Auch die Bundewehr hatte einen Sitz hier (regionalgeschichte.net).

Am Schillerplatz findet man einen weiteren Weihnachtsmarkt. Der Fastnachtsbrunnen ist umrahmt von den vielen Buden und ist kaum zu sehen.

Ich gehe weiter und komme am Proviant-Magazin vorbei. 1863/1867 erbaut diente der Bau mit 5.000 Quadratmetern Schüttfläche als Getreidespeicher. In Friedenszeiten mussten 7.000 und in Kriegszeiten über 20.000 Bundestruppen die hier stationiert waren versorgt werden (mainz.de)

Der „Mainzer Schoppestecher“ ist eine Stiftung des Mainzer Narren Clubs zur 2000 Jahr Feier in 1962. Dahinter sieht man die Rekonstruktion einer römischen Fußbodenheizung.

Laut Infotafel wurde im Jahre 1979 die Reste eines Wohnhauses mit Fußbodenheizung gefunden. Diese Rekonstruktion soll an diesen Fund erinnern.

Ebenfalls in der Schillerstraße steht der Erthaler Hof, erbaut 1734 für Reichsfreiherr von und zu Erthal Heute befindet sich das Landesamt für Denkmalpflege in diesem Gebäude (regionalgeschichte.net)

Das Mainzelmännchen gibt mir grünes Licht.

Am Bahnhof ist der Weihnachtsmarkt nun voll im Gang. Am Morgen waren noch ein paar Buden verschlossen gewesen.

Das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes wurde 1884 feierlich eröffnet. Die Kunst an der Fassade zeigt eine Allegorie zu Arbeiten (Industrie), eine zum Segen (Landwirtschaft) und Putten rund um das Thema Ankunft und Abfahrt (Wikipedia).

Das Wetter hat den Fahrplan der Bahn durcheinander gewirbelt. Aber ich habe Glück. Die S-Bahn, die den ganzen Tag ausfiel, kommt in Kürze und ich trete meine Heimreise an.

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