Vom Kastell Zugmantel über Oberlibbach und Hambach nach Orlen, 3 Dezember 2023

  • Start: Kastell Zugmantel, Taunusstein, Wanderparkplatz an der Hühnerstraße (B417) gegenüber von der Abbiegung nach Orlen
  • Länge: 11,2km
  • Markierung: keine durchgehende
  • GPS Track: Link zu GPS-Tour.info
  • Aufgezeichnete Tracks sind Momentaufnahmen da Gegebenheiten vor Ort sich ändern können

Trip summary

Die Wetterfrösche versprechen einen wunderschönen Wintertag! Die Parkplätze rund um den kleinen Feldberg sind schon früh am Morgen voll. Also fahre ich in die entgegengesetzte Richtung nach Taunusstein. Der Parkplatz am Zugmantel ist noch fast leer. Die ganze Fläche ist total vereist und man muss sich vorsichtig bewegen.

Am Waldrand stehen einige Infotafeln die von den Ausgrabungen und Funden erzählen. Archäologische Untersuchungen begannen bereits 1901, Kaiser Wilhelm II war sehr interessiert und stattete den Ausgrabungsstätten nach 1905 mehrere Besuche ab.

Der Zugang zum 2,5 Kilometer langen Rundweg zum Kastell Zugmantel ist wegen der Gefahr von herabfallenden Ästen gesperrt. Also folge ich den Waldwegen im großen Bogen um zum Wachturm zu gelangen.

Die Sonne strahlt und der Schnee knirscht unter den Schuhen.

Vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. verlief die Grenze des Obergermanisch-Rätischer-Limes hier entlang.

Bei der Begradigung der B417 im Jahre 1966 fand man die Mauerreste des Wachturms 3/15. Starke Brandspuren im Inneren des Wachturms lassen vermuten das dieser nach einem Feuer verlassen wurde (Infotafel).

Die Soldaten des Wachtposten am Zugmantel kontrollierten den damaligen Verkehrsweg ins Limburger Becken. Heute verläuft die B417, auch Hühnerstraße genannt, entlang dieser alten Straße von Mainz (Mogontiacum) nach Wiesbaden (Aquä Mattiacorum) (Infotafel).

Die Zeichnung auf der Infotafel zeigt wie ein Wachturm gebaut und genutzt wurde.

Skulpturen mit Schneehaube am Limesturm

Man kann es fast hören: die Germanen sind „ante portas“ – die Germanen stehen vor der Tür.

Ein „Germane“ nähert sich dem Palisadenzaun um seine Waren anzubieten.

Blick ins Limburger Becken

Vom Zugmantel aus geht es nun weiter über schneebedeckte Feld- und Waldwege. Ich überquere die Landstraße die nach Ehrenbach führt und folge Schlittenspuren im Schnee in den Wald hinein.

Selten begegne ich anderen Spaziergängern. Alle freuen sich über den freundlichen Morgen mit viel Sonnenschein.

Es dauert bis ich eine Lücke im Verkehr auf der viel befahrenen Straße B417 finde.

Das Tor ist nicht abgesperrt und ich tauche wieder in den Wald ein.

Der Wald ist dunkel und nur die Sonnenstrahlen erhellen den Weg.

Die matschigen Wege und Wasserpfützen sind hart gefroren. Vor ein paar Tagen hätte man hier noch nasse Füsse bekommen.

Sobald man aus dem Wald heraus kommt trifft man auf einen gut begehbaren Schotterweg. Vor mir sehe ich die ersten Häuser von Oberlibbach.

Jung und Alt geniessen die Schlittenfahrten.

Den Hühnern in der kleinen Hütte links vom Weg scheint die Kälte nichts auszumachen. Sie gackern friedlich vor sich hin.

Neben dem Rathaus von Oberlibbach sieht man einen geschmückten Weihnachtsbaum, ein paar Bänke und einen Brunnen. Laut der Infotafel wurde der gusseiserne Trog um 1900 in der Michelbacher Hütte hergestellt. Dieser Trog ist ein kulturhistorisches Denkmal im Sinne der frühen Wasserversorgung.

Oberlibbach ist ein Ortsteil von Hünstetten. Die erste urkundliche Erwähnung findet man in 1184. Aber die älteste nachweisbare Siedlung geht zurück bis etwa 500 v.Chr. (huenstetten.de). Ich folge der Straße bergauf und verlasse den Ort.

Die Schlittenfahrer haben immer noch Spass in der Sonne.

Um so weiter ich der Strasse auf den Berg folge, um so besser wird die Weitsicht. Der Blick schweift über den Hof und über Niederlibbach in Richtung Limburg.

Ein Radfahrer überholt mich und ich bewundere seinen Mut über diese eisige Strasse zu fahren.

Hier könnte ich geradeaus gehen und wäre bald wieder am Zugmantel. Aber ich möchte noch ein paar Kilometer laufen und biege ab auf den Weg nach Hambach.

Blick zurück auf Oberlibbach

Am Horizont sehe ich Hambacher Häuser. Dieser Ort ist ein Stadtteil von Taunusstein. Die erste urkundliche Erwähnung findet man in der Schenkungsurkunde von Robert von Nassau-Idstein im Jahre 1231 n.Chr. (taunusstein.de)

Am kleinen Rastplatz biege ich ab und folge dem Feldweg unterhalb vom Ort.

Die schottischen Hochlandrinder scheinen sich im Schnee wohl zu fühlen. In der Scheune nebenan liegt Heu satt und somit sind die Tiere gut versorgt.

Der Feldweg führt am Hang entlang und man kann die Sonne voll geniessen.

Bald biegt der Weg in Richtung Hambach ab.

Der Ort liegt ruhig in der Sonne. Im Hang am Ortsende erfreuen sich Kinder über den Schnee und schleppen ihre Schlitten wieder und wieder den Berg hinauf um dann nach unten zu rodeln.

Ein schmaler Pfad führt zwischen Häusern den Berg hinauf und trifft dann auf den Radweg.

Hier lässt sich bequem laufen denn die ganze Strecke ist geräumt.

Rechts vom Weg öffnet sich die Weitsicht in Richtung Steckenroth. und das Aartal.

Kurz vor Orlen treffe ich auf den Limeswanderweg. Dieser Wanderweg wird mich bis zum Parkplatz Zugmantel begleiten. Orlen ist ein Stadtteil von Taunusstein und wurde erstmals 1339 n.Chr. erwähnt. Der heute noch stattfindende „Orlener Markt“ hat seinen Ursprung im Grenzhandel des Ortes mit den Römern im Kastell im 1. und 2. Jahrhundert n.Chr. (taunusstein.de).

Ein Wintertag und eine Winterlandschaft wie im Bilderbuch.

Der Limeswanderweg führt am Ortsrand von Orlen vorbei.

Der Parkplatz vom Zugmantel ist wieder erreicht.

Nun heisst es acht geben und die B417 vorsichtig überqueren. Der Verkehr hat ziemlich zugenommen seit heut Morgen und es braucht eine Weile bis ich eine Lücke finde.

Ein Pfad neben der Bank führt durch den Wald zurück zum Parkplatz.

Wieder geht eine Wanderung zu Ende. Dieser Wintertag im Schnee mit viel Sonnenschein war ein Genuss. Nun geht es wieder zurück nach Hause.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert